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Studentenaustausch
Studentenaustausch Karlsruhe 2009/2010

Der Internationale Frauenclub Karlsruhe unterstützt seit 1968 das inzwischen 51 Jahre alte deutsch-amerikanische Studentenaustauschprogramm seines Dachverbandes VDAC finanziell und praktisch durch ehrenamtliche Mitarbeit von Mitgliedern. Die finanziellen Mittel werden aus den Pfennigbasarerlösen bereitgestellt, da der Pfennigbasar zur Finanzierung des Studentenaustauschs gegründet worden war. Z. Zt. kommen zwei amerikanische Stipendiaten/innen jährlich nach Karlsruhe und werden hier vom Club betreut. Im Austausch studieren die Karlsruher Studenten/innen im Rahmen des Programms mit einem Stipendium an einem College oder einer Universität in den USA.. Bis heute waren das 140 Karlsruher und 50 Amerikaner.
Mit der Unterstützung des Studentenaustauschs erfüllt der Internationale Frauenclub sein wesentliches Clubziel, nämlich die Förderung der Völkerverständigung und der Toleranz.

Weitere Informationen über den Studentenaustausch über www.vdac.de oder info-studentenaustausch@iwc-karlsruhe.com.

Zwei Amerikaner studieren im Studienjahr 2009/10 in Karlsruhe:


William Gallagher, University of Delaware in Newark, Delaware (Mathematik, Germanistik)
William Simpson, University of Arizona in Tucson, Arizona (Informatik, Germanistik)

  Autobiographisches (Berichte von William Gallagher und William Simpson)  

William Gallagher
Novemer 2009

Ich heisse William Gallagher und stamme von Flemington, New Jersey. Ich studiere hier in Karlsruhe Mathematik. In Amerika studiere ich an der Universität Delaware, wo ich auch natürlich Deutsch studiere. Vor zwei Jahren hatte ich von meine Lehrer dieses Austauschprogramm der VDAC kennengelernt, und hatte dann gerade entschieden mich auf das Stipendum zubeworben. Aber im Moment war ich nur 18 und müsste noch ein Jahr warten bis ich mich endlich beworben könnte. Diese Jahr höffe ich viele gute Freunde kennenzulernen, mein Deutsch zuverbessern, Spaß zu machen und auch ein bisschen mehr Mathematik zu lernen. Karlsruhe gefällt mir sehr, weil die Stadt nicht so groß ist.

Ich kann alles sehr leicht finden, die Leute hier sind alle sehr nett und sehr hilfriech, und dass Wetter ist richtig schön. Natürlich liebe ich Deutschland auch weges des lecheren Essens und auch für die Leidenschaft des Volkes für Fußball.


William Simpson
November 2009

Hallo Alle! Ich heiße Will Simpson und ich komme aus Glendale, Arizona in den Vereinigten Staaten. Ich bin 23 Jahre alt und ich studiere Informatik und Germanistik an der Universität von Arizona in Tucson.

Tucson liegt ganz im Süden von Arizona und ist eigentlich nur 100km von der Grenze zwischen den Vereinigten Staaten und Mexiko, deshalb habe ich Spanisch als erste Fremdsprache gelernt aber an der Uni habe ich mich entschieden, Deutsch zu studieren. Ich habe in 2008 ein Austausch-Semester an der Universität Tübingen gemacht. Ich habe viel gelernt und ich habe viel Spaß gehabt aber meine Deutschkenntnisse war leider noch ziemlich schlecht. Ich wollte zurück nach Deutschland, um mein Deutsch zu verbessern. Meine Deutschprofessorin in Arizona hat mich ein bisschen über dieses schöne Stipendium erzählt, deswegen habe ich mich für es beworben. Ich dachte, dass ich kleinerlei Aussichten hatte, es zu bekommen weil ich schon mal in Deutschland war. Es war eine wunderschöne Überraschung, wenn ich eine Email von Frau Hohn bekommen habe. Ich schätze mich sehr glücklich, dass ich die Gelegenheit noch mal habe, in Deutschland zu studieren.

In meiner Freizeit spiele ich gerne E-Gitarre und höre gerne viele verschiedene Arte von Musik, von klassische Musik bis Heavy Metal und elektronische Musik. In diesem Jahr erwarte ich, dass ich mein Deutsch viel verbessern werde und auch, dass ich viele neue Freunde finden werde. Ich finde Deutschland besonders schön, weil es so total anders als Arizona ist. Die Jahreszeiten, die Farbe „grün“ und der Regen sind mir eigentlich ein bisschen exotisch. Vielen Dank für das Stipendium!

Ich freue mich auf das kommende Semester!


William Simpson
IT (Universität Karlsruhe)
1. VDAC Bericht

Ich konnte nicht schlafen, obwohl bereits alles in Ordnung war. Ich hatte meine Sachen einpackt, meinen Pass gefunden und meinen Flugplan ausgedruckt, aber trotzdem war mir noch etwas mulmig, deswegen holte ich meinen iPod und eine Strategie, die ich immer vor stressigen Vorträgen für Deutschkurse angewandt hatte, versuchte: ich stellte eine ziemlich große Wiedergabeliste von deutschsprachigen Liedern, von Kraftwerk bis Rammstein - und sogar ein bisschen Heino - zusammen und hörte sie dann. Es ist immer beruhigend, ein paar Lieder mit ganz einfachen Texten in einer Fremdsprache zu hören, wenn man Angst vor ihr hat, damit man sagen kann: "Wenigstens könnte ich eine Menge Spaß bei einem Karaoke Abend in diesem Land haben." Da es schon sehr spät war, hatte ich mich nach drei oder vier Liedern entschieden, wieder ins Bett zu gehen, um nicht Gefahr zu laufen, am nächsten Tag zu verschlafen.

Als ich in Karlsruhe ankam, hatte ich dieses Gefühl, dass ich auf eine gewisse Art und Weise verloren war. Die gemütliche Berechenbarkeit der Flugreise war jetzt vorbei und ich wusste nicht , was als nächstes zu tun ist. Zum Glück hat mich meine äußerst nette Kontaktperson Simone sehr schnell gefunden und am Ende des Tages hat sie, nachdem ich mein Zimmer bezogen hatte, mir ein Konto bei der Dresdener Bank eröffnet und mich für die Krankenversicherung angemeldet. Anschließend aßen wir dann richtiges Essen, das deutlich besser als die Nudeln im Flugzeug war. In den nächsten Tagen habe ich mich immatrikuliert und für einen Sprachkurs eingeschrieben.

Der Sprachkurs war zunächst nicht leicht und die Mehrheit der Klasse konnte deutlich besser Deutsch als ich, worüber ich mich am Anfang etwas geärgert habe. Es gibt zum Beispiel viele grammatikalische Begriffe, die ich damals noch nie gehört hatte und es schien, als ob die Anderen alles schon tausendmal gelernt hatten. Ich war frustriert, doch am Ende des Kurses ist mir aufgefallen, dass ich vorher keine Ahnung hatte, wie eingeschränkt mein Deutsch wirklich gewesen war und in diesem Sinne habe ich von diesem Kurs profitiert.

Anfang Oktober bin ich nach Berlin gefahren. Meine Cousine, die ich seit ein paar Jahren nicht gesehen hatte, war vor einiger Zeit nach Berlin gezogen. Es war wirklich schön, sie wiederzusehen, besonders in so einer schönen Stadt, wie Berlin. Das Wochenende war sehr schön, nicht nur weil ich in einer neuen Stadt war, sondern auch, weil ich viele andere Studierende kennen gelernt habe. Die deutschen Studierenden waren allesamt sehr nett und hilfsbereit und einer von ihnen hat mir tatsächlich einen HiWi-Job an der Universität Karlsruhe vermittelt.

Nach dem Programm in Berlin fing das Semester an. Es war viel auf einmal, weil das System hier in Deutschland ganz anders als das System in den USA ist. Viele Amerikaner haben die Vorurteile, dass in Deutschland alles sehr gut organisiert ist. Aber mal ganz ehrlich, ich habe das Universitätssystem ein bisschen chaotisch empfunden. Das Vorlesungsverzeichnis ist ziemlich unklar und die Termine der Vorlesungen sind, verglichen mit dem amerikanischen System, recht kompliziert. Manche Vorlesungen finden zum Beispiel nur alle 14 Tage statt, was in Amerika fast unvorstellbar wäre. Aber es gibt auch Vorteile.Amerikanische Universitäten zum Beispiel erwarten, dass jeder Studierende hunderte Dollars pro Semester für Bücher ausgibt. Hier kann ich das Skript zu jeder Vorlesung einfach kostenlos herunterladen.

Am 26. November hatte ich großes Heimweh, weil am diesen Tag der amerikanische Feiertag Thanksgiving (auf Deutsch "Erntedankfest") war. Zum Glück feiert der Internationaler Frauenclub Karlsruhe diesen Feiertag seit vielen Jahren, weshalb es ein wunderschönes Fest mit typisch amerikanischen Speisen gab. Ich fand die Süßkartoffeln mit Chipotle-Peperoni besonders lecker! Es was wirklich schön, diese amerikanische Tradition in Deutschland zu sehen.

Letzte Wochenende war ich in Dresden. Da ich bisher nicht so viel im Osten gereist bin, habe ich mich auf Dresden gefreut. Ich fand diese Stadt gleichzeitig schön und traurig. An der Frauenkirchen konnte ich die Kriegsschäden deutlich sehen: die dunkle Steine waren die ursprünglichen Steine und die helle Steine waren die neuen Steine. Obwohl diese Stadt eine traurige Geschichte hat, hellten der Weihnachtsmarkt und die Parade die Stimmung wieder auf und ich war froh, in Dresden zu sein.

Jetzt habe ich viel zu tun. In Januar gibt es die DSH, mein HiWi-Job fängt offiziell an und im Februar und März habe ich die mündlichen Prüfungen zur meinen Vorlesungen. Es wird wahrscheinlich ein wenig stressig, jedoch bin ich guten Mutes. Ich glaube, dass ich schon alles schaffen und sogar auch viel Spaß haben werde!

Karlsruher Studenten in USA
Im Studienjahr 2009/10, dem 52. Jahr seit Gründung des Studentenaustauschs, studieren wieder insgesamt 30 deutsche Studenten an Partneruniversitäten des VDAC in den USA. Darunter sind sieben Studenten aus Karlsruhe.

Alle sieben sind Wirtschaftsingenieursstudenten.

Vier Studenten davon, nämlich Thomas Berghoff, Ulrike Drotleff, Benjamin Häfner und Andreas Weber studieren am Georgia Institute of Technology in Atlanta, GA.

Konstantin Biel und Nicolas Weingärtner haben einen MBA – Platz an der Union University in Schenectady, NY, desgleichen Barbara Raczka an der Bowling Green State University, OH.

Wir wünschen unseren Studenten ein interessantes, erlebnisreiches und nicht zuletzt auch erfolgreiches Studienjahr in Amerika.!